Erziehungsstellen

Die Erziehungsstellen sind ein intensiv pädagogisches Angebot für entwicklungsbeeinträchtigte, vernachlässigte, traumatisierte oder verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche im Alter von 0-18 Jahren, die langfristig außerhalb ihrer Herkunftsfamilie leben müssen. In unseren Erziehungsstellen finden sie einen festen Bezugsrahmen innerhalb eines bestehenden Familiensystems.

Die Erziehungsstellen werden von Ehepaaren, Lebensgemeinschaften oder Alleinerziehenden gebildet – unter der Vorraussetzung, dass mindestens eines der Elternteile eine pädagogische Fachausbildung hat. 

Die Erziehungsstellen sind eine eigenständige Jugendhilfeform und bieten eine Alternative zur Heimerziehung und zum Pflegekinderdienst. Sie bieten besonders entwicklungsbeeinträchtigten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, in einer Familie mit geregeltem Tagesablauf, festen Bezugspersonen und warmherzigen Beziehungsangeboten aufzuwachsen. Hier bekommt jedes Kind die Aufmerksamkeit, Zuwendung und Orientierung, die es für eine gesunde Entwicklung braucht. 

Lebenspraktische Fähigkeiten werden erlernt und geübt, die Alltagskompetenz gesteigert und neue Lebensperspektiven eröffnet. So können Lebenserfahrungen korrigiert werden. Das alles geschieht auf der Grundlage eines verlässlichen und vertrauensvollen Familien- zusammenhalts. In den Erziehungsstellen des alpha e.V. finden Kinder und Jugendliche einen sicheren und langfristigen Lebensraum und so die Möglichkeit und die Förderung, Entwicklungsdefizite aufzuholen und später ein weitgehend selbstständiges Leben zu führen. An erster Stelle steht dabei immer das Kindeswohl, welches geschützt, umsorgt und gefördert werden muss.

Einige Ziele, die wir in unseren Erziehungsstellen verfolgen:

  • Sicherung des seelischen und körperlichen Wohls der Kinder
  • Verbeheimatung der Kinder in den neuen Familien
  • Individuelle Persönlichkeitsentwicklung
  • Erlernen neuer Verhaltensmöglichkeiten auf der Grundlage gewaltfreier Beziehungen
  • Unterstützung und Begleitung bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenssituation
  • Regelmäßige Kontakte mit der Herkunftsfamilie
  • Schulische und berufliche Qualifikation

Die Erziehungsstellen werden kontinuierlich von Fachpersonal mit langjähriger Berufserfahrung begleitet. Dieses steht den Eltern jederzeit mit fachlicher Beratung und Unterstützung zur Seite. Auch die Erziehungsstellenkinder haben in diesen Erziehungsstellenberatern einen Ansprechpartner, an den sie sich bei Problemen und Fragen stets auf vertrauensvoller Basis wenden können. Wir legen großen Wert auf eine intensive und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten, um optimale Lösungen für ein geregeltes familiäres Zusammenleben mit verlässlichen, emotionalen Bindungen aufbauen zu können. Die ErziehungsstellenberaterInnen verfügen über eine therapeutische Zusatzqualifikation.

Die Dauer des Aufenthalts in einer Erziehungsstelle ist langfristig geplant. Die Kinder und Jugendlichen können somit bis zur Verselbstständigung und zum Erreichen der seelischen Reife in der Familie verbleiben. 

Die Entscheidung über die Vermittlung der Kinder und Jugendlichen in eine Erziehungsstelle liegt beim Jugendamt und erfolgt nach SGB VIII § 33 Satz 2.

Der alpha e.V. ist Mitglied der Trägerkonferenz der Erziehungsstellen im Rheinland.

Die Auswahl der Erziehungsstellen-Eltern findet durch alpha e.V. im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens statt.

Folgende Aspekte sind von besonderer Bedeutung:

  • Motivation für die Arbeit als Erziehungsstelle
  • Belastbarkeit und Flexibilität der Familie
  • Pädagogische Kompetenz
  • Bereitschaft zur kontinuierlichen Reflexion der pädagogischen Arbeit
  • Bereitschaft zur kontinuierlichen Zusammenarbeit
  • Materielle Absicherung
  • Ausreichende räumliche Gegebenheiten
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:
Petra Hollender
Erziehungsstellen
Heinz-Kluncker-Str. 4
42285Wuppertal
Fon: 02 02 - 31 72 00-11
Fax: 02 02 - 31 72 00-12
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